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Raps - Deutschlands schönste Ölfelder

Ein Rapsjahr dauert 11 Monate

Raps wird heute auf etwa jedem zehnten Acker in Deutschland angebaut. Ab Mitte August bis Anfang September werden die nur millimetergroßen schwarzen Rapssamen mit einer Sämaschine rund 2 bis 3 cm tief ausgesät. Auf einem Hektar, das ist eine Fläche von 100 m x 100 m, werden so 2,5 bis 3 kg Saatgut ausgebracht. Hieraus wachsen rund 500.000 Rapspflanzen.

Wenige Tage nach der Saat durchbrechen die Keimblätter die Bodenoberfläche. Bis zum Winteranfang breitet der Raps einen dichten grünen Blätterteppich auf dem Acker aus. Während des Winters stellt  er sein Wachstum ein.

Blüte ist Naturschauspiel

Ab März/April kann man an den Enden der Rapsstängel die Blütenknospen erkennen. Je nach Region und Witterung beginnt etwa ab Ende April die Rapsblüte. Da sich die einzelnen Blütenstände von unten nach oben nacheinander öffnen, dauert das Naturschauspiel  insgesamt ca. 4 Wochen. Die Blüten sind die wichtigste Nahrungsquelle für Honigbienen und andere Bestäuberinsekten.

Aus den befruchteten Blüten werden kleine grüne Schoten, in denen die zunächst noch grünen Rapskörner heranwachsen. Ungefähr zwei Monate nach der Blüte kann der Raps geerntet werden. In jeder Schote sind 15 bis 18 schwarze Rapssamen mit 40 bis 45 % Ölgehalt herangereift. Ein guter Rapsbestand bildet eine so dichte und stabile Schotenschicht aus, dass eine Katze darauf laufen könnte!

Geerntet wird der Raps wie Getreide mit einem Mähdrescher. Auf einem Hektar können Erträge bis über 5.000 kg Rapssamen geerntet werden. Damit lassen sich etwa 2.150 kg Rapsöl oder Biodiesel und etwa 2.850 kg Futtermittel gewinnen. Und das aus lediglich 2,5 bis 3 kg Saatgut!

Die Reste der Rapspflanze bleiben bei der Ernte auf dem Acker zurück, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und dienen der nachfolgenden Ackerfrucht als Dünger. Außerdem hinterlassen die tiefen Rapswurzeln einen so gut aufgelockerten Boden, dass nach Raps nicht gepflügt werden muss. Raps steht  alle drei bis vier Jahre auf demselben Acker.  Gekonnter Rapsanbau erfüllt die Prinzipien der Nachhaltigen Landwirtschaft.

Rapsöl ist das beliebteste Speiseöl in Deutschland

Rapsspeiseöl ist ein Beispiel für ein wohlschmeckendes, ernährungsphysiologisch besonders hochwertiges heimisches Produkt. Das Besondere an Rapsöl ist seine wertvolle Fettsäurenzusammensetzung mit über 60 % einfach ungesättigter Ölsäure und knapp 30 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Rapsöl verfügt außerdem über einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, die dazu beitragen, einen normalen Blutcholesterinspiegel aufrechtzuerhalten.

Angeboten wird Rapsöl in zwei verschiedenen Varianten. Raffiniertes Rapsöl ist geschmacks- und geruchsneutral und lässt dem Aroma der frischen Zutaten den Vortritt. Der hellgelbe „Alleskönner“ ist hitzestabil bis 180 °C und eignet sich für das Kochen, Backen, Dünsten, Braten und Frittieren.

Favoriten für Salat sind kaltgepresste Rapsöle: Sie haben einen sehr aromatischen Nussgeschmack und sind von toller honiggelber Farbe. Kaltgepresste Rapsöle sind die Spezialisten für die kalte Küche und verfeinern Dips, Marinaden, Majonäsen und Salatdressings mit ihrer ganz besonderen Note.

Um die hohe Qualität von Rapsöl sicherzustellen, wurde im Jahr 2010 mit Unterstützung der UFOP ein Qualitätsprüfsystem „Jährlich DLG prämiert“ eingeführt. Rapsöl ist als Zutat in verarbeiteten Lebensmitteln am blau-gelben Rapsölsiegel „Wertvolles Rapsöl – Gesunde Vielfalt“ schnell erkennbar. Damit wird dem Wunsch nach Information und Transparenz beim Lebensmittelkauf entsprochen.

Biokraftstoff aus Raps spart Treibhausgase ein

Durch eine einfache chemische Reaktion kann aus Rapsöl Rapsmethylester hergestellt werden. Besser bekannt ist Rapsmethylester als Biodiesel aus Raps. Wird fossiler Diesel durch Biodiesel aus Raps ersetzt oder Rapsölkraftstoff getankt, können Treibhausgase eingespart werden..

Im Fall von Heimischem Biodiesel aus Raps und Rapsölkraftstoff spricht man auch von „nachwachsenden Kraftstoffen“. Biodiesel ist heute bis zu 7 Volumen-% dem fossilen Diesel beigemischt und an jeder Tankstelle erhältlich. Das ist gut für die Umwelt!

Hochwertige Eiweißfuttermittel aus Heimischem Anbau

Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen weisen als Nebenprodukte der Ölherstellung hohe Gehalte an Rohprotein und eine günstige Aminosäurenzusammensetzung auf. Damit sind sie in der Fütterung von Rind, Schwein und Geflügel gut einsetzbar. Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen als Heimische Eiweißfuttermittel ersetzen in zunehmendem Maße importiertes Sojaextraktionsschrot.

Fotos: UFOP Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.

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