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Fruchtfolge - Vielfalt vom Acker

Was ist Fruchtfolge?

Was ist Fruchtfolge?

Fruchtfolge ist der geregelte Wechsel verschiedener Fruchtarten in bestimmter Reihenfolge auf derselben Ackerfläche. Fruchtfolge ist in der modernen, nachhaltigen Landwirtschaft fest verankert. Sie wird, je nach Ausrichtung des Betriebes und seinen Anforderungen und den Standortgegebenheiten, sowie den ökonomischen Parametern geplant und angepasst.

Warum braucht der Landwirt die Fruchtfolge?

Warum braucht der Landwirt die Fruchtfolge?

Fruchtfolge ist durch die Erhaltung und Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit eine grundlegende Voraussetzung für den nachhaltigen Ackerbau. Eine vielfältige Fruchtfolge sichert langfristig und nachhaltig die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Boden und Pflanze und verringert so den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Darüber hinaus sichert eine vielfältige Fruchtfolge Biodiversität in der Landwirtschaft.

Seit wann setzt der Landwirt Fruchtfolgen ein?

Seit wann setzt der Landwirt Fruchtfolgen ein?

Fruchtfolgewirtschaft wurde in Mitteleuropa schon am Ende des ersten Jahrtausends eingeführt. Die Erträge wurden wegen der Erschöpfung des Bodens an Nährstoffen nach dem alleinigen Anbau von Getreide immer geringer. Auch war es nicht mehr unbegrenzt möglich, weiterzuziehen und neues Land zu erschließen. Etwa ab dem 9. Jahrhundert wurde die Dreifelderwirtschaft üblich: zwei Jahre verschiedene Getreidearten, danach ein Jahr Brache. Unkrautbekämpfung, Erneuerung der Nährstoffe und Wasserspeicherung wurden durch die Brache erreicht. Ab dem 18. Jahrhundert wurden Leguminosen als Futterpflanze und Stickstoffsammler eingesetzt.
Die Leguminosen, also Hülsenfrüchtler wie beispielsweise Klee, Lupine, Erbse oder Bohne, sind in der Lage, Stickstoff aus der Atmosphäre zu binden, nicht aber andere Nährstoffe wie Phosphor, Kali oder Magnesium. Die Römer sollen dies bereits ab 4000 v.Chr. erkannt haben. Sie bauten bereits seinerzeit Leguminosen an, um die verlorengegangene Fruchtbarkeit des Bodens wiederherzustellen.

Wie setzt der Landwirt Fruchtfolgen ein?

Wie setzt der Landwirt Fruchtfolgen ein?

Welche und wie viel der jeweiligen Fruchtart der Landwirt anbaut, hängt zunächst von den Standortbedingungen ab. 
Weniger guter Boden bietet sich zum Beispiel zum Anbau von Roggen, Mais, Süßlupinen oder Kartoffeln an. Auf Böden mittlerer und hoher Güte wird der Landwirt Wintergerste, Raps, Weizen, Zuckerrüben und Erbsen anbauen können. Während der Standort darüber entscheidet, welche Kulturen in Frage kommen, hängt der Umfang des Anbaus von Fragen der Betriebsart, der Wirtschaftlichkeit, der Betriebsorganisation oder den Absatzmöglichkeiten der jeweiligen Frucht ab.

So müssen nach der Ernte der einen Frucht die termingerechte Aussaat der nächsten Frucht gewährleistet sein, der Schädlings- und Krankheitsdruck minimiert, Vorfruchteffekte bestmöglich ausgenutzt und Verluste an Stickstoff reduziert werden.

Dabei gilt es insbesondere auch, die Verträglichkeit der Kultur mit anderen zu berücksichtigen. Wird dies nicht beachtet, kann es zu verschlechterter Nährstoffversorgung der Pflanzen, vermehrtem Schädlingsbefall, Krankheiten und Verminderung der Bodengesundheit kommen.

Fruchtfolge- Vielfalt vom Acker

Fruchtfolge - Vielfalt vom Acker

Eine ausgewogene Fruchtfolge ist die unverzichtbare Voraussetzung für einen nachhaltigen Ackerbau. Fehler in der Fruchtfolgegestaltung können nur teilweise durch einen verstärkten Einsatz von Betriebsmitteln ausgeglichen werden, erhöhen somit die Kosten und mindern die Produktivität.

Eine vielseitige und standortangepasste Fruchtfolge bewirkt

  • Den Erhalt oder gar die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit
  • Die Vorbeugung gegen Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge
  • Die Verminderung des Einsatzes von Betriebsmitteln und damit eine Kostenersparnis
  • Die Schonung der Umwelt.

Die Fruchtfolge wird nach verschiedenen Regeln vom Landwirt geplant.

So gilt es, Halm- und Blattfrüchte, Humuszehrer und Humusmehrer und Pflanzen unterschiedlicher Wachstumszeit, mit unterschiedlichem Wurzelsystem, Nährstoffansprüchen und Krankheitsanfälligkeit im Wechsel in einem ausgeklügelten System anzubauen.

Halmfrüchte sind alle Getreidearten wie Weizen, Roggen oder Gerste einschließlich Körnermais. Sie werden auch als abtragende Fruchtarten bezeichnet.

Blattfrüchte sind alle Nichtgetreidearten wie Rübe, Kartoffel oder Raps einschließlich des Grün- und Silomaises sowie des Ackergrases. Sie werden auch als tragende Fruchtarten bezeichnet.

Hafer und Mais nehmen eine funktionelle Zwischenstellung von Halm-und Blattfrucht ein.

Zwischenfrüchte hingegen sind Fruchtarten, die zum Schließen von Anbaulücken oder Teilbrachen zwischen zwei Hauptfrüchten angebaut werden und damit eine bessere Nutzung der Vegetationszeit ermöglichen. Beispiele sind hier die Lupine, die Phacelia oder der Klee.

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