facebook

... in den Legehennenstall

Die Legehenne – der Eierspezialist

In vielen asiatischen Ländern lebt der Urahn unserer Haushühner – das Bankiva-Huhn – noch heute in freier Wildbahn. Seine gezähmten Nachkommen wurden im Laufe der Zeit je nach beabsichtigter Nutzung als Fleisch- und Eierlieferant selektiert. Es bildeten sich Rassen verschiedenster Formen, Farben und Verhaltensweisen. Für die Legehennenzucht sind leichte Tiere mit hoher Eizahl, großem Eigewicht und sehr guter Eiqualität entscheidende Merkmale.

Jeden Tag ein Ei?

Heutige Rassen beginnen im Alter von ca. einem halben Jahr mit dem Eierlegen. Nach drei Monaten Legetätigkeit haben die Hennen ihre höchste Leistung erreicht, die dann bis zum 15. Monat langsam nachlässt. Pro Jahr legt eine Legehenne im Durchschnitt 285 Eier.

Es gibt Legehennen, die legen weiße Eier („Weißleger“) und solche, die braune Eier legen („Braunleger“). Die Schalenfarbe entsteht durch die Einlagerung von Farbpigmenten in der Kalkschale. Diese Eigenschaft wird weitgehend vererbt, ist nicht von der Farbe des Gefieders abhängig, sondern kann an der Farbe der Ohrscheiben erkannt werden.

Hohe Standards für hochwertige Eier

Ein Legehennenhalter muss viele Aspekte zu berücksichtigen, um nachhaltig Eier zu produzieren: Schutz des Tieres, seines Verhaltens und der Umwelt, die Betreuung der Tiere und die wirtschaftlichen Aspekte. Ferner muss eine optimale Futter- und Wasserversorgung, ein gutes Stallklima, die tägliche Betreuung sowie die regelmäßige Reinigung der Ställe und dessen Einrichtungen gewährleistet sein.

 

Unterschiedliche Haltungsformen

Alle in Deutschland praktizierten Legehennenhaltungsformen berücksichtigen Aspekte des Tierverhaltens, der Tiergesundheit, des Umwelt- und Verbraucherschutzes sowie der Arbeitswirtschaft. Die meisten Legehennen werden in Deutschland in Bodenhaltung gehalten. Außerdem gibt es die ökologische Erzeugung sowie die Freiland- und Kleingruppenhaltung. Die konventionelle Käfighaltung ist in Deutschland seit dem 01.01.2010 verboten, in den übrigen EU-Ländern seit 2012.  

Hierzulande nimmt der Tierschutz einen ganz besonderen Stellenwert ein. So können beispielsweise in allen in Deutschland zugelassenen Haltungsformen die Legehennen ihre typischen Verhaltensweisen ausüben. In jeder Haltungsform werden Hühner in Gesellschaft mit ihren Artgenossinnen gehalten, da Legehennen grundsätzlich Gruppentiere sind. Abgedunkelte Bereiche mit Sitzstangen sorgen für Ruhe zum Eierlegen. Sand und Einstreu ermöglicht, dass die Legehennen scharren und picken können. Auch das Schlagen mit den Flügeln – ebenfalls eine typische Verhaltensweise der Legehennen – ist immer möglich.

Der Weg des Eies

Bevor das Ei verkauft werden darf, durchläuft es verschiedene Qualitätskontrollen. Direkt nachdem die Henne im abgedunkelten Bereich das Ei gelegt hat, gelangt es auf automatische Sammelbänder in den Sortierraum. Dort werden die Eier z.B. auf Beschädigungen und Verschmutzungen geprüft und mithilfe einer Durchleuchtungsmaschine auch innerhalb der Schale kontrolliert. Nur Eier, die diese Hauptkontrolle bestehen, werden als Güteklasse A eingestuft und kommen in den Handel. Anschließend werden die Eier gemäß ihren Gewichtsklassen von S (weniger als 53 Gramm) bis XL (mehr als 73 Gramm) sortiert, mit dem Erzeugercode gestempelt und in Kartons verpackt. Dann gelangt das „frische, deutsche Ei“ zum Verbraucher.

Wo kommt das Ei her?

Mit dem amtlichen Erzeugercode kann die Herkunft jedes Eies lückenlos zurückverfolgt werden. Die erste Ziffer verrät das Haltungssystem, aus dem das Ei stammt. Dabei steht die 0 für ökologische Erzeugung, die Ziffer 1 für Freilandhaltung, die 2 für Boden- und die Ziffer 3 für Kleingruppenhaltung. Das darauf folgende Länderkürzel steht für das Herkunftsland des Eies. Finden Sie dort zum Beispiel ein DE, so handelt es sich um Eier aus Deutschland. Mit der nach dem Länderkürzel folgenden Nummer kann der Betrieb identifiziert werden, sodass die Eier bei Bedarf bis in den Legehennenstall zurückverfolgt werden können.

Wie frisch ist ein Ei?

Ab dem Legedatum sind Eier mindestens 28 Tage bis zum angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung haltbar. Mit einem einfachen Test kann die Frische auch ohne Verpackung bestimmt werden. Das Ei vorsichtig in ein Glas mit Wasser geben, am besten mit Zugabe von einem Esslöffel Salz. Ein frisches Ei liegt im Wasser. Ist es schon ein wenig älter, beginnt es sich aufzurichten. Wirklich alte Eier schwimmen nach oben, diese sollten Sie lieber nicht mehr essen.

Fotos: Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.

Besuchen Sie auch: